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  • Christian Wolf

«Meine Position war Wide Receiver»


Der Austauschschüler Silas erzählt von seinem spannenden High-School-Jahr in Ann Arbor, im US-Bundesstaat Michigan.


«Warum habe ich mich dafür entschieden?», «Worauf lasse ich mich eigentlich ein?» oder «War das wirklich die richtige Entscheidung?»
 – Dies waren meine Gedanken, als ich mich an einem frühen Mittwochmorgen auf den Weg zum Flughafen Zürich begab. Die Ungewissheit machte mich ganz nervös und unruhig. Als meine Mutter und ich schliesslich am Flughafen eintrafen, wurde dieses Gefühl sogar noch stärker. Nach einem langen und traurigen Abschied, stieg ich schliesslich zusammen mit zwei anderen Austauschschülern ins Flugzeug nach Genf, wo unser Verbindungsflug nach New York auf uns wartete.


In New York wurden wir dann vom EF-Team zum Campus gebracht, wo mein Austauschjahr nun so richtig anfing. Workshops, Line Dances und eine New York City Tour standen dort auf der Tagesordnung. Aber das Tollste war die Verschiedenheit an Menschen und Kulturen, die von allen möglichen Ländern der Welt kamen. Viele neue Freundschaften liess den Aufenthalt in New York unvergesslich machen.


«Da erkannte ich, dass ich endgültig im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen war.»

Nach drei Tagen war dann diese schöne Zeit leider auch schon wie-der vorbei. Ein amerikanischer Schulbus brachte uns dann zum Flughafen, wo wir uns voneinander verabschiedeten. Glücklicherweise hatte mein Flug von New York nach Chicago Verspätung, denn im Wartebereich traf ich dann auf den Netflix-Protagonisten «Dustin» von «Stranger Things», mit welchem ich einen amüsanten Small Talk hatte. Er sass neben mir und musste zufälligerweise auch nach Chicago. Dies war der Moment, an welchem ich erkannte, dass ich endgültig in den United States of America angekommen war, im Land, der unbegrenzten Möglichkeiten.


Im Flugzeug nach Chicago hatte ich das Vergnügen, mich von zwei waschechten New Yorkern inspirieren zu lassen. Wenig später in Chicago angekommen, musste ich dann auch schon wieder ins nächste Flugzeug nach Flint umsteigen. Zusammen mit einer anderen Austauschschülerin von Deutschland flogen wir direkt in die Arme unserer neuen Familien. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zwar nur eine Welcome Host Family, was sich allerdings auf unserer ersten Fahrt nach Hause auch schon wieder änderte, denn meine Hostmom beschloss, mich sofort dauerhaft aufzunehmen. Auf unserer Fahrt nach Hause, machten wir einen kurzen Umweg an eine Grillparty.


Meine Familie bestand aus meiner Hostmom, meinem Hostdad und meinen Brüdern Ian und Colin. Eine Woche später kam dann schliesslich auch noch mein Double Placement (andere Austauschschülerin) von Spanien an. Sie heisst Leire aus San Sebastian. Da ich nur am Rand von Ann Arbor lebte, musste ich zur Schule in Saline gehen, welches sich im Nachbarsdorf befand. Dies stellte sich als glücklicher Zufall für mich heraus, denn diese war eine der gössten und besten Schulen von ganz Michigan.


Am ersten Schultag wurde ich direkt zum Counselor geschickt, um mir die richtigen Fächer auszusuchen. Fächer wie «Dynamic Relationship», «Teamsports», «Welding» (Schweissen), «World Religions» und «Consumer Economics» standen auf meinem täglichen Stundenplan. Im Mathematik-Unterricht lernte ich schon ein paar Schüler näher kennen, die später zu meinen besten Freunden zählten.


«Wir gewannen die Regional Finals und durften an die Playoffs.»

Nach der Schule spielte ich im American Football Team. Meine Position war «Wide Receiver», in der ich versuchen musste den Ball zu fangen und einen Touchdown zu erzielen. Da wir ein sehr gutes Team waren, gewannen wir die «Regional finals» und durften in die Playoffs. Schlussendlich wurden wir eines der vier besten Teams von ganz Michigan. Auch das Homecoming Game gewannen wir und durften mit einem glücklichen Gefühl an die Homecoming Party der Schule gehen.


Ein weiteres Highlight im Herbst war Thanksgiving. Neben dem fröhlichen Zusammensein mit der ganzen Familie besuchten wir auch die Thanksgiving Parade in Detroit. Wenig später durften wir dann sogar noch an einen echten University Football Match dabei sein, wo mindestens 111’000 Zuschauer anwesend waren.


Im Winter wurde es bis -29° C kalt, was uns zwei Wochen extra schulfrei verschaffte. Zu dieser Zeit spielte ich kein Football mehr und versuchte mich als Stabhochspringer im lokalen Leichtathletik-Verein, wobei ich viele neue Freundschaften schloss. Besonders gefiel mir auch der Besuch an der Detroit Auto Show mit meinem Gastvater, welcher Backstage Tickets auftreiben konnte.


Im Februar wurde es dann schon wieder ein bisschen wärmer. Diese Chance nutzten meine Freunde und ich und unternahmen mehrtägige Ausflüge nach Chicago und in ein nahe gelegenes Skigebiet. Später im Frühling fing die Outdoor-Saison der Leichtathletik-Schulmannschaft an. Mit Hochsprung kam ich in die «Regional Finals» und mit Weitsprung sogar in die «State Finals». Mit meiner Gastfamilie besuchten wir auch des öfteren einen Campingplatz am See, wo wir mit dem Boot, dem Tube, den Wasserski und auch den Jet Skis fahren konnten. In der Schule wurde gebastelt, gemalt und gearbeitet um das perfekte «Prom Proposal» zu kreieren.


«Be open minded, be yourself and enjoy the little things. This was the key to the best year of my entire life.»

An der Prom selbst wurde dann viel getanzt, gefeiert aber auch unglaublich viele Fotos gemacht. Abgeschlossen habe ich mein Schuljahr mit einer wunderschönen Graduation Ceremony, wobei ich meinen Cap in die Luft werfen durfte und ein Diplom erhielt.


Der Abschied fiel mir schwer. Die Tatsache, dass ich ein ganzes Jahr mit der liebgewonnenen Familie und meinen Freunden gelebt, gelernt, gefeiert und getanzt habe und dass ich ihnen dann Lebewohl sagen musste, war hart.

 

Seit 1965 hat EF Education First Millionen von Menschen dabei geholfen, neue Orte zu sehen, neue Kulturen zu erleben und neue Dinge über die Welt und über sich selbst zu lernen.


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