NLA: Aus für die Grizzlies im Halbfinale

Wie bereits den zwei letzten Titelträgern aus Basel und Chur zuvor gelingt auch den Bern Grizzlies die Titelverteidigung nicht. Sie unterliegen knapp und unglücklich mit 7:14 in Basel gegen die Gladiators. Das Spiel enttäuschte nicht und lieferte zugleich viel Gesprächsstoff für kontroverse Diskussionen.

Man kann es drehen und wenden wie man will, die erste Halbzeit gehörte nur einem Team und zwar jenem in Schwarz-Gelb. Die Gladiators hatten nichts zu bestellen und schafften nicht ein einziges First Down. Die Grizzlies dominierten eindrücklich und schafften Raumgewinne fast nach Belieben. Nur war die 7:0 Führung zur Pause ein viel zu schlechter Lohn für das Gezeigte.

Aber was war die Ursache dieser viel zu mageren Ausbeute? Wie so oft spielten verschiedenste Faktoren eine Rolle und verstärkten sich gegenseitig. Jeweils problemlos in der Red Zone der Gladiators angekommen, gingen der Grizzlies Offense etwas die Ideen aus. Die gewählten Rezepte für die kurze Distanz führten zu wenig Erfolg. Der freie Receiver in der Endzone wurde nicht angespielt, der designierte Passempfänger konnte zwar den Ball, welcher auf dem Körper eines Baslers lag, sichern, aber die vom Spiel einigermassen überforderte Schiedsrichter-Crew gab den Pass als unvollständig. Der Quarterback erläuft mittels eines schönen Laufs den Touchdown selbst, streckt dabei – um den Touchdown so früh wie nur möglich zu erzielen – den Ball soweit wie er es nur kann nach vorne und erreicht prompt fern ab jedes Verteidigers die Endzone. Flagge und eine Strafe für unsportliches Verhalten inklusive Aberkennung des Touchdowns war die völlig unverständliche Entscheidung des Referees. Ein krasser Fehlentscheid, wie auch die nüchterne Analyse des Videos beweist. Und dann im vierten Versuch könnte der Grizzlies-Receiver in der Endzone den Ball fangen, wird aber direkt vor dem Catch vom Basler Verteidiger von hinten weggeblockt und eine Interception wird gewertet. Auf eine Flagge warteten die völlig entsetzten Berner Spieler und Zuschauer aber umsonst. Ebenfalls wurde eine gegen die Basler Teamzone geworfene Flagge wegen unsportlichen Verhaltens zurückgenommen, dafür aber den sich nachvollziehbarerweise beschwerenden Berner angedroht. Der geneigte Leser merkt unschwer, trotz einer Führung zur Pause hätte dieses Spiel nicht schlechter laufen können für die Berner.

Und dann kam das im Sport unvermeidliche: Wer seine Chancen nicht verwerten kann, ja der wird bestraft. Zuerst kein Glück und dann kam noch Pech dazu: Im 3. Viertel verletzten sich Darius Willis und Michael Wilhelmi gleichzeitig, für beide war das Spiel damit abrupt zu Ende. Der Basler Coachingstaff erkannte selbstverständlich die Gunst der Stunde. Mittels kraftvollen Laufspiels konnten die nun für NLA-Playoffniveau unvermeidlichen Lücken in der Grizzlies Defense zu markanten Raumgewinnen und letztlich 2 Touchdowns ausgenutzt werden. Zu einer Reaktion in Form von Punkten waren die Berner danach nicht mehr fähig.

So endete dieses Spiel – welches hätte gewonnen werden müssen – mit einer bitteren, aber letztlich auch selbstverschuldeten Niederlage. Damit ist die Saison für das First Team der Grizzlies für dieses Jahr zu Ende. Wir gratulieren den Gladiators zum Sieg und den Einzug in den Swissbowl in Chur.

Für die Grizzlies hingegen begann mit dem Schlusspfiff in Basel unvermittelt die Planung für die Saison 2018.

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