5 Fragen an den Grizzlies-Head Coach Marcel Schneider

Es steht das wegweisende Meisterschaftsspiel in Basel gegen die Gladiators vor der Tür. Sind die Grizzlies-Spieler für diesen ersten echten Härtetest in der laufenden Spielzeit parat?

HC: Ja, das Team ist bereit für diesen Härtetest. Wollen wir unsere Saisonziele erreichen, müssen wir das auch. Der Weg in die Swissbowl – unser angesagtes Ziel – wird diese Saison sehr wahrscheinlich über die Gladiators führen. Nach zwei überlegenen Siegen brennen wir darauf, endlich zu wissen, wo wir wirklich stehen. Die Gladiators haben in dieser Saison einen überzeugenden Start hingelegt und scheinen schon recht nahe an ihrem Leistungspotential zu spielen. Wir hinken diesbezüglich vielleicht noch etwas hinterher da unsere Saisonplanung darauf ausgelegt ist, auf die Playoffs hin auf 100% zu laufen. Wir erwarten ein enges Spiel, welches wir zu unseren Gunsten entscheiden wollen. Dazu müssen wir aber „unser schwaches Viertel“ eliminieren. Gegen Basel können wir uns nicht erlauben, wie gegen Biel und Winterthur einen Hänger im Spiel zu haben. Ich bin jedoch absolut vom Charakter des Teams überzeugt und gegen einen starken Gegner werden wir in der Lage sein, vom ersten bis zum letzten Pfiff unser Spiel durchzuziehen.

Welches sind Ihrer Meinung nach die schärfsten Waffen der Basel Gladiators am kommenden Sonntag?

HC: Basel operiert gerne mit schnellen und wendigen Imports, welche sie in Szene setzen wollen. Das ist die Konstante zu 2012. Im Unterschied zu den letzten Jahren scheinen sie nun jedoch auch über ein paar „home-grown“ Impact-Spieler zu verfügen. Basel hat zudem seit Jahren eine solide und schwere Offensiv-Line mit einem guten ersten Push. Insgesamt scheint die Ausgabe 2013 ausgeglichener zu sein als noch vor einem Jahr. Sich nur auf die Import-Spieler einzustellen, wird nicht genügen. Basel scheint auch dieses Jahr nicht ein allzu mächtiges Playbook zu spielen, setzt dafür aber umso mehr auf eine gute Ausführung der wenigen Spielzüge. Wir werden sehr diszipliniert unser Spiel spielen müssen, um Basel zu stoppen und auf der anderen Seite schöne Scoring-Drives herzustellen.

 

Die beiden Imports Henry Glackin (OL)und Devon Langhorst (DE) waren bisher echte Impact-Spieler. Wie beurteilen Sie die abgelieferten Leistungen der beiden US-Amerikaner bei den Grizzlies?

HC: Wir haben mit Henry und Devon genau die Imports erhalten, welche das Team braucht. Die beiden Spieler bringen enorm viel Erfahrung mit und sind echte Leader. Wir haben viel von ihnen erwartet und noch mehr erhalten. Beide sind von ihrer Art her eher ruhig und gehen als harte Arbeiter mit gutem Beispiel voran. Ausserdem sind beide sehr gute Coaches und bringen unsere Spieler auf den jeweiligen Positionen wirklich weiter. Auf dem Platz dominieren beide ihre Gegner und machen auch die Spieler neben sich besser indem sie sie mit ihrer Leistung mitreissen und motivieren. Um es auf den Punkt zu bringen: ich bin begeistert von beiden.

 

Die einzige Schwäche der Grizzlies bisher scheinen die Special Teams zu sein. Eine Situation, welche seit Jahren im Team der Hauptstädter ein Thema zu sein scheint. Was ist Ihre Meinung hierzu?

HC: Ich sehe das nicht so. Wir sind mit den Special-Teams zwar noch nicht dort, wo wir mit Blick auf die Playoffs sein müssen, aber wir sind dort, wo wir zum jetzigen Zeitpunkt sein müssen. Und das ist das, was zählt. Im Kickoff sind wir bisher sehr dominant aufgetreten und in den wenigen Kickoff-Returns die wir bisher hatten, waren wir besser als wir es im letzten Jahr je waren. Wir hatten schon einige geblockte Punts, haben aber noch nicht viele Returns zeigen können. Die Punts waren mit einer Ausnahme ebenfalls gut. Wo wir bisher wirklich einen schlechten Job gemacht haben, war beim PAT/Fieldgoal.

Beim Punt-Return ist es schwer, schlecht gekickte Bälle gut zu returnen. Wo wir da wirklich stehen, werden wir erst wissen, wenn wir auf ein Team treffen, welches zuverlässig gut puntet. Beim Punt müssen wir sicher weiter an den Long-Snaps arbeiten. Diese müssen schneller und präziser kommen als bisher. Die Protection war bisher jedoch gut. Beim PAT/Fieldgoal haben wir die Protection schon deutlich verbessert. Aber auch hier müssen wir weiter am Snap arbeiten. Dieser kommt zu wenig zuverlässig auf den Punkt. Unter dem Strich war bisher also vor allem das Snappen des Balls ein grösseres Problem. Wir arbeiten daran und werden uns hier sicher steigern können.

Natürlich werden wir weiterhin an allen Special-Teams arbeiten. Mit der beschränkten Zeit welche wir in der Saisonvorbereitung hatten, gepaart mit dem wirklich garstigen Wetter, ist man zum Saisonstart nicht mit allen Teams auf der Höhe. Damit müssen wir leben und es macht mich auch in keinster Weise nervös. Wichtig war, dass wir in der Offense und Defense die Basics gut ausführen können und das haben wir erreicht. Nun gilt es, Schritt für Schritt die erkannten Schwachpunkte auszumerzen und uns weiter zu entwickeln damit wir spätestens in den Playoffs unseren besten Football zeigen können. Natürlich müssen wir auch in der Regular-Season vernünftigen Football spielen und in der Lage sein, gegen gute Gegner zu gewinnen. Die wichtigsten Spiele sind jedoch die Spiele 11 (Halbfinale) und 12 (Swissbowl). Wäre das Saisonziel nur der Ligaerhalt, dann müsste eine Saisonplanung anders aussehen. Unser Ziel ist aber die Swissbowl und entsprechend müssen wir auch unsere maximale Leistungsfähigkeit zu einem anderen Zeitpunkt abrufen können.

 

Die Bern Grizzlies treten doch schon seit längerer Zeit mit dem einheimischen QB Marcel Niklaus an. Wie charakterisieren Sie den Spielmacher der Grizzlies-Offense?

HC: Er ist ein harter Arbeiter! Das ist das erste, was mir dazu einfällt. Wir haben uns nach der Saison mit Rob Curley als Import-QB intensiv damit auseinandergesetzt, ob wir in Zukunft auf einen Import-QB oder auf Marcel setzen wollen. Wir haben uns damals dafür entschieden, mit Marcel als QB arbeiten zu wollen weil wir viel Potential in ihm gesehen haben und der Meinung waren, dass er nun so weit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen. Wenn ich mir seine Entwicklung anschaue, dann bin ich sicher, dass wir damals die richtige Entscheidung getroffen haben. Er hat in der Zeit viel gelernt, wirft präziser, das Timing wurde besser und besser und vor allem: er trifft auf dem Feld immer bessere Entscheidungen. Er bereitet sich zudem gewissenhaft vor und fühlt sich im System unseres Offensiv Cordinators Armand Mensen wohl. By the way: Ich denke, dass seine gute Entwicklung auch sehr viel mit der hervorragenden Arbeit von Armand zu tun hat. Für mich ist Marcel der mit Abstand beste Schweizer QB und ich hoffe, dass die Grizzlies noch lange auf ihn zählen können.

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